Wappen Ballern

Ortschroniken der Ballerner Ortsteile

Wappen Ballern

Ballern, Rech und Ripplingen



Ballern Seitenende





Ballern Rech Seitenanfang

Der Name: 1364 Balderingen, so auch 1366, 1369, 1371, 1377, 1387; 1390 Balderingen, Baldringen; 1519 Baldringen. Der Name bedeutet Sippe und Sitz eines Balder oder Baldheri. Auch im Kreis Saarburg gibt es den Sippennamen (SN) Baldringen, 1036 Balderingen. Vergleiche auch SN Baltersweiler, Kreis St. Wendel, 1492 Baltersweiler.

Römer: "Bei der Trockenlegung der Ballerner Wiesen an der Saar schnitt der Reichsarbeitsdienst in einer Tiefe von etwa 1,50 m einen künstlich angelegten Kiesweg an. In der Nähe fand man römische Gefäßscherben."

Franken: "Frankengräber sind in Schwemlingen, Ballern, Fitten, Hilbringen und Silwingen aufgedeckt worden."

1036

1202

1364

Baldringen

Balderingen

Die Brüder Johann und Heinrich von Baldringen und Johann Henikin, Sohn des Walen von Baldringen, verkaufen dem Kloster Mettlach all ihre Güter zu St. Gangolf, Bergen, Stalle und Besseringen.

Sage: Im Scheidwald bei Schwemlingen soll einmal ein einsamer Klausner gehaust haben, zu dem sonntags die Einwohner der umliegenden Dörfer pilgerten. Dazu erzählt die Sage: "Auch der Ritter von Baldringen hörte hiervon und sogleich begab er sich zum Brunnen. Er schalt den Klausner, daß er ohne seine Erlaubnis auf seinem Grund und Boden lebe und von seinem Quell trinke. Der Klausner entgegnete, in Unwissenheit habe er dies getan. Der Ritter glaubte sich verspottet und gab zur Antwort, des Klausners künftige Wohnung sei der Turm der Burg zu Baldringen. Doch er erhielt die mutige Antwort, auch dort sei er – der Klausner – des Schutzes Gottes teilhaftig. Mißmutig ritt der Baldringeer von dannen."

1366

1369

1371

Henri von Baldringen in Diensten der Stadt Metz, auch noch 1369.

Balderingen

Johann von Balderingen, Burgmann auf Montclair, besitzt Güter zu Berge von Montclair zu Lehen. Er verkauft sie dem Kloster Mettlach.

1377 Friedrich von Montclair anerkennt, daß das Kloster Mettlach von Johann von Balderingen ein Lehen gekauft hat.
1387 Erwähnung (Erw.) Reinhold von Balderingen. Er siegelt eine Urkunde seines Onkels Nikolaus von Redelingen.
1390 Arnold Backen von Baldringen besitzt einen Anteil der Wiesen " in den wenigen Ellen". Reinhold von Balderingen ist Vasall des Hirsel von Hohenbach.
1396 Johannes der Wale von Baldringen verkauft seine Güter in St. Gangolf, die er von Mettlach zu Lehen besaß.
1398 Johannes Hennkins, Sohn des Walen von Balderingen, verkauft seine Güter zu St. Gangolf mit einem Teil des Waldes Ritterbusch und mehrere Wiesen zu Mettlach. Erw. Johann von Balderingen.
14. Jh. Erw. Wall von Baldringen. Nach ihm heißt das Ballerner Gut "Walengut".
1402 Reynolt und Margaret von Balderingen verkaufen ihr Edelgut zu Freudenburg an Johann von Montclair.
1404

1418

1427

Johann von Baldringen wird von Bürgern der Stadt Metz gefangen.

Erw. This de Balderenge in Metz.

Die von Baldringen besitzen noch Turm, Haus und Hof in Ballern. Sie haben Güter zu Büdingen, Kemmern und Wochern und besitzen Lehen von Montclair. Erw. Reiner von Baldringen.

1429 Johann von Siersberg-Dillingen leiht dem Johann von Baldringen 40 Goldgulden.
1443 Elisabeth, Tochter des Arnold von Sierck, verheiratet mit Eberhard von Sayn, erhält die Herrschaften Montclair, Meinsberg, Freudenburg und Baldringen zu Lehen.
1489 Peter von Baldringen zu Monkler bei der Abfassung des Kirmesrechts zu St. Gangolf.
1505 Gerhard Graf von Sayn, Herr zu Montclair, belehnt Philipp von Hoyemburg mit dem Turm zu Balderingen im Sarkauwe nebst allem Zubehör als rechtem Mannlehen.
1519 Einwohner von Baldringen:

Bosen Peter Drieschmeyer (Trierischer-Meier) seelen Hensgin, Johann von Mensbergh, Khymalen Mathis, Plimmertz Petter Witwe, halb; Conrot Schnider, Fladers Mathis, Kuhhirt; Kwyrins Scheffer; Olimmertz Clesgin, obit (tot); Johann Emmichs Witwe, obit; Born Mathis, obit; der Scholtheiß, obit. 8 Feuerstellen (Haushalte)

Mitte 16 Jh.

1566

Mercator-Karte Lotharingia ducatus: Balderingen.

Türkenschatzung: Steuer zur Bekämpfung der Türken. Baldringen: Bernhard, Brim Trein, Witwe; ihre Söhne Hans und Peter, Schiff Theis (der Herren von Vaudemont Hofmann), Johann Triers Meyers, Con (des Herrn von Vaudemont und Haracourt Hofmann). Steuer: 7 Franken.

1587 In Baldringen wohnen: Mattheis wiss, lothringischer Schultheiß, Trierisch Meyerschem Witwe, Weber Johann, Borsch Johann, Sellen berentz Johann.
1588 Bor Johanns Frau Margreth aus Baldringen in Merzig als Hexe angeklagt. Zeugen aus Baldringen: Appollonia, Greth und Marey. Meyer Theis aus Baldringen Zeuge in einem Hexenprozeß gegen Kätchen von Wellingen.
1589 Elisabeth von Harancourt verkauft dem Landtwein Bockenheimer, Rentmeister in Wallerfangen, Gerechtsame und Einkünfte in Ballern.
1603

1615

1618

1621

1624

1656

Triersch Meyer Engel aus Ballern als Hexe gerichtet.

9 Haushaltungen, 5 ½ Steuerpflichtige in Ballern.

Beginn des 30jährigen Krieges.

Balderen

9 Haushaltungen in Ballern.

Der Amtmann Wolf Friedrich Zoller zu Dagstuhl verpachtet den herrschaftlich freien sog. Haracourtschen Hof zu Ballern im Saargau an Nikolaus von Castell auf drei Jahre. Noch 1789 wird hier ein "Harcardisches Gut" erwähnt. Die Dorf-Renovatur zählt als Einwohner auf: Sellen Theis samt dem Himmersdorfer, Connen Jakob, Scholtzen Otto, Mattheis Trierschmeyer, Nikolaus Sellen von Cohnen, Philips Helfenbein, Peters Hans, Matthes Biehl Wittib, Claus Castler.

1661 Harancourt, Vasall von Montclair, verkauft dem Freiherrn Franz von Sötern-Dagstuhl Güter zu Ballern.
1663 Der Krieg hat die Gegend entvölkert. Die sieben Orte der Obermeierei Saargau, Hilbringen, Ballern, Rech, Ripplingen, Fitten, Mondorf und Silwingen zählen zusammen noch 16 Einwohner.
17. Jhd. Karte "Ducatum Latharingiae" von Sanson, Abbeville verzeichnet "Balderingen".
Ca. 1700

1720

1730

Um 1740

1750

1778

Baldern ist adliger Freihof.

Baldern ist ein freiadliger Hof mit 8 Gärten.

Rheinkarte von H. Sengre: Baldren.

Karte "Mosellae et Sarae Fluvii Delineatio" von J. L. K.: Baldern.

Ballern zählt wieder 32 Haushaltungen.

Ballern zählt 5 Ackersleute, 9 Tagelöhner, 4 Bettler. Die Herren von Bock als Erben derer von Petringen und die Herren von Dagstuhl besitzen freie Häuser und Hofgüter in Ballern. Ballern gelangt zu Frankreich. Zehntherr bleibt der Abt von Mettlach.

1789 Beschwerdeheft (Cahier des doléances) (siehe auch Mechern, 1789). Die Darstellung des Grundbesitzes der Pfarrei Hilbringen erwähnt Peter Claus von Balder und Philip Helfenbein von Balder.
1790 Ballern kommt mit Rech und Ripplingen zum Moseldepartement, Arrondissement Diedenhofen, Kanton Sierck.
1803

1810

Ballern, Rech und Ripplingen zählen zusammen 263 Einwohner.

Anlage einer Ziegelei in der Trääf durch Michel Kerber, 1914 durch Peter Kerber stillgelegt.

1814 Durch den 1. Pariser Frieden kommt Ballern mit Rech und Ripplingen wieder an Deutschland. Die Orte unterstehen der österreichisch- bayrischen Landesadministration in Kreuznach bzw. Worms: Kreis Trier, Kanton Merzig, Bürgermeisterei Hilbringen.
1815 Aus einem Teil der Söternschen Güter in Ballern wird ein landtagsfähiges Rittergut gebildet.
1820

1832

1833

1835

1839

1843

Ballern zählt 27 Wohnhäuser und 153 Einwohner.

Ballern zählt 30 Wohnhäuser und 180 Einwohner.

180 Einwohner

Das Rittergut Ballern wird aufgelöst und parzelliert.

Nikolaus Jungmann wandert mit vier Personen aus. Ziel unbekannt.

Ballern zählt 33 Häuser, 198 Einwohner. Ballern, Rech und Ripplingen zählen zusammen 477 Einwohner.

1845

1846

Mathias Kohn und Mathias Kerber wandern nach Nordamerika aus.

Johann Kuhn wandert nach Amerika aus, Michel Seiwert nach Nordamerika.

1847

Nach Nordamerika wandern aus: Jakob Johannes, Leineweber, seine Frau Margarete Reiter, seine Kinder Anna Maria, Margarethe und Karl Johannes mit Frau Maria Tinnes und Sohn Johann Karl, Michael Rock, Hufschmied, mit Frau Anna Leick und Kindern Michael, Philipp und Johann.

1851

1852

Johann Seiwertz wandert nach Nordamerika aus.

Die Gemeinde besitzt ein Haus, in dem früher das Jahrgeding abgehalten wurde. Es wird später verkauft und zur Scheune umgebaut. Für Ballern, Rech und Ripplingen wird eine eigene Schule errichtet (30 Jungen, 31 Mädchen).

1860

1861

1863

Matthias Seiwert, Krämer, wandert nach Luxemburg aus.

188 Einwohner

Ballern zählt 290 massive Häuser, 12 Fachwerkbauten. 219 sind mit Ziegeln oder Metall gedeckt, 75 mit Stroh.

1864 Ballern, Rech und Ripplingen zählen 448 Einwohner, eine Schankwirtschaft. 14 Häuser sind mit Stroh gedeckt.
1865 In Ballern ertragen 54 Morgen Lohhecken 176 Zentner Lohe. Errichtung einer Ziegelhütte in der Trääf durch Jakob Entinger. Sie wird 1895 stillgelegt, 1907 abgerissen.
1867

1868

1871

Johann Baltes wandert nach Nordamerika aus.

Übergang einer Ziegelhütte von Johann Baltes an Gebrüder Dorbach.

36 Häuser, 168 Einwohner. Nikolaus Glaeser wandert nach Nordamerika aus.

1894

1895

1898

Ballern zählt 159 katholische Einwohner.

32 Häuser, 184 Einwohner.

Die Ziegelhütte von Peter Baltes in der Trääf wird stillgelegt, 1904 abgerissen. Begründung einer neuen Ziegelei durch die Geschwister Kerber, Ballern. Spätere Ziegelei Mischler.

1905

1922

1939

1941

1944

36 Häuser, 206 Einwohner.

Volkszählung: Ballern hat 560 Einwohner.

Beginn des 1. Weltkrieges. Erste Evakuierung.

Die Ballerner Kapelle wird abgerissen.

Am 30.11. wird Ludwig Ollinger aus Ballern an seiner Wohnung durch Granattreffer getötet.

1949

1951

Gemeinderatswahl am 27.03., Sitze: 5 CVP, 6 freie Liste.

Am 23. September Grundsteinlegung der neuen Kapelle im früheren Ortsteil Rech.

1952

Ballern zählt mit Rech und Ripplingen zwei Schulklassen, einen Lehrer, eine Lehrerin, 62 Jungen, 26 Mädchen. Es gibt in Ballern 39 Pferde, 270 Rinder, 451 Schweine und 115 Ziegen.

1974 Im Zuge der Gebietsreform tritt Ballern mit Rech und Ripplingen als Stadtteil zur Stadt Merzig.
1980 05.10. Bundestagswahl: CDU 280/276, SPD 257/246, FDP 13/28, Grüne 0/5, NPD 0/5, sonstige 0/3.



Rech Ripplingen Ballern

Der Name: mhd. Rich, rosche, rösche = Berghang. Md. Obd. Der Rech = Abhang. Der Rech ist hier der Abhang von der ersten Saarterrasse zum Talgrund. über dem gleichen Hang liegt die Hilbringer Straße "op em Reh". Vergl. SN Rech bei Ahrweiler, SN Rech bei Saaralben; Am Rech, Beaumarais; An dem Rechen, 1289 Wittlich.

Bronzezeit: 1899 wurden Brandgräber der jüngeren Bronzezeit entdeckt. Auf den Wacken, Gräberfeld der Urnenfelderstufe (späte Bronzezeit). 1950 wurden zwei Brandgräber der Urnenfelderstufe mit reicher Ausstattung an Keramik gefunden.

Römer: Gefunden wurde ein Grab der späteren römischen Kaiserzeit. Eine Münze des Magnentius (350 - 353), eine Münze des Gratian (367 - 383).

920

Nach 995

Ersterwähnung

Mettlacher Urbar "ad Reche sunt XV mansi ...".

Übersetzung: In Reche sind 15 Mansen, wovon ein dem Verwalter gehört. Von den anderen gibt jeder zum Feste des hl. Remigius 8 Denare, Mitte Mai 10, für Frohnen 6 Denare. An Weihnachten 3 Hühner, zu Ostern eins. Eier: 15. Zum Fest des hl. Martin 1 Pfund Lein oder 1 Solidus. Wenn sie den Lein liefern, kommen 2 Denare und 1 Maß Hafer hinzu. Dieselben zahlen zum Feste des hl. Antonius 13 Solidi. Mitte Mai 1 Solidus von jeder vorerwähnten Manse. Jährlich macht sie eine Fronfahrt mit Getreide nach Valmünster, und zwar einmal. Der Mettlacher Besitz in Rech umfaßt 15 Hufen.

Ca. 1050 Ein Zusatz des Mettlacher Urbars erwähnt den Hof "Rech" mit 15 Hufen.
Ende 11. Jh.

Ca. 1135

Mettlacher Güterrolle: "ad Reche".

Die Brüder Walter und Ardo, Söhne des Giselbert von Merzig, schenken der Abtei Mettlach eine Wiese beim Klosterhof Reche.

Ca. 1200 Die Abtei Mettlach besitzt 15 Huben zu Reche bei dem Sumpf. "Rech" – Ein Höfchen des Klosters Mettlach zahlt Zins in den Hof zu "Resch".
1264 "Rech" – In Rech besitzt die Abtei Mettlach eine Klostermühle. Guido von Cleremunt, Herr von Monkler, erläßt dem Kloster Mettlach die Lieferung der Kornrente aus der Klostermühle zu Rech.
1329 Die Rechte und Pflichten der Bauern, Fischer und Schöffen zu Rech und Schwemlingen werden neu festgelegt.
1357

Der Mettlacher Hof zu Rech wird erstmals als Freihof erwähnt, der für 8 Tage Asyl gewähren konnte. Abt Johann von Mettlach verpachtet an einen Kanoniker von St. Simeon, Trier, einen Hof in Rech mit Zubehör für 12 Malter Frucht und ein Schwein.

Sage: Von dem alten Freihof zu Rech im "Särkoff". "Die Abtei Mettlach hatte in Rech einen großen Hof. Das war ein sogenannter Freihof mit Asylrecht. Wenn ein Missetäter, der vom Arm des Gesetzes verfolgt wurde, in diesem Hof Zuflucht suchte, durfte er innerhalb von 8 Tagen nicht aufgegriffen werden. Waren diese acht Tage um, und er befand sich noch innerhalb der Mauern, durften die Häscher eintreten und ihn festnehmen. Ferner bestand das Recht, daß der Hofmann innerhalb des Hofbereiches wegen Schulden nicht gefändet werden durfte. "Wenn er aber da baußen käme", so sagt das alte Weißtum d. i. Rechtsweisung, "mag man ihn pfänden wie ein andrer Gemeiner." In der französischen Revolution, als die Abtei Mettlach aufgehoben wurde und die Mönche das Kloster verlassen mußten, wurde auch der Freihof in Rech von der revolutionären Regierung beschlagnahmt und als Nationalgut verkauft. Damit erlosch auch das alte Asylrecht."

1407 Fock von Rech Vasall von Montclair. Er schenkt seine Güter der Abtei Mettlach.
Ende 15. Jh. Der Klosterhof in Rech genießt, im Vogteibezirk Montclair liegend, besondere Rechte. Er ist frei von allen Fron- und Herrendiensten. Er ist nur verpflichtet, jährlich eine Fuhre Wein von Nittel (Mosel) nach Montclair zu bringen.
1519 Zwei Haushaltungen in Rech erwähnt: Seelen Clesgin von Rech und Jacob von Rech.
1529

Weistum von Rech: "Mein Herr von Mettlach hat in seinem Hof oder in seinem Bering ein Jahrgeding zu halten allewege, wenn die Vogtherren im Saargau ihr Jahrgeding halten oder nicht. Item hat der Schöffen gewiesen den Hofbering innerhalb der vier Mauersteine, die um den Hof stehen sollen. Danach weist der Schöffe dem Hause von Montcler seinen Frohndienst an, wenn dieser Hof ist frei von aller Frohn und Herrendienst. Wenn ein Hofmann draufsitzt, soll er jährlich einmal nach Nittel fahren und der Herrschaft von Montcler ein Stück Wein von ihren Einkünften herfahren. Und wenn er kommt unter den Eulenberg bei Ponten, und hat er zu schwer geladen, so mag er nach Montcler senden, sie möchten ihm Hilfe schicken, die ihm weiterhilft nach Montcler. Schicken sie ihm keine Hilfe, so mag er den Wein abladen und zurück zum Hof fahren. Er hat so aller Frohn völlig genügt. Item, ein Hof hat die Freiheit: Wenn ein Hofmann schuldig wird, so soll man ihn binnen des Hofgerings nicht pfänden. Wenn er aber herauskommt, so mag man ihn pfänden wie einen andern Gemeinen. Item hat der Hof die Freiheit: Wenn sich jemand vergangen hat, es sei Frau oder Mann, und es gelingt ihm, in die vier Mauern des Hofes zu gelangen, so soll er acht Tage Freiheit haben. Kann man ihm inzwischen forthelfen, soll mans tun. Wenn aber die acht Tage um sind, mag man den Übeltäter im Hof festnehmen und an den Ort führen, da er gerichtet wird. Item wieviel Viertling Hafer man da mähte, wieviel Grundeigentum sei, wieviel der Viertling, wieviel Frondienst sei und wieviel die Planken. Eine Planke soll 7 Schuh lang sein, 2 Schuh dick und 2 Schuh breit. Vier Viertling sind ein Huhn. Item kann der Hofmann den Schöffen gebieten den Zins zu erheben und zum Jahrgeding zu kommen. Die Schöffen sollen ihren Zins mitbringen, den sie dann schuldig sind. Jeder mag ein Pferd mitbringen, seinen Mantel ausbreiten und das Pferd dazustellen. Dann mag er Hafer holen soviel ein Pferd fressen mag. Ist aber der Schöffe keinen Zins schuldig, so bekommt sein Pferd keinen Hafer. So ist das Recht des Schöffen. Item soll ein jeder einen Zaun um den Hof so verwahren, daß er binnen eines Jahres nicht abgehe. Und fällt er ab, so muß er es büßen mit der Buße eines Sesters Wein. Item erkennen die Schöffen, daß Bienen und Bienengarten nur dem Abt von Mettlach den Zehnten schuldet und sonst keinem."

1566 Türkenschatzung, Steuer zur Bekämpfung der Türken, verzeichnet in Rech nur einen Steuerpflichtigen: Mathis daselbst, 2 Franken.
1572 Der Hof Rech bringt laut Pachtvertrag dem Kloster Mettlach ein 12 Malter Frucht und ein Schwein im Wert von 4 Goldgulden.
1615

1621

1624

1656

3 Haushaltungen, 1 Steuerpflichtiger.

"Recht"

Hofrecht von Rech. 3 Haushaltungen. Erw. Klaus Hoffmann, Rech.

Einwohnerliste: Theiß Petters Stock, Wilhelm Reutter, Philipps zu Rech, Scholtzen Haus, Schue Claisen Erben von Sahrhilzbach, von Scholtzen Hansen Pfands, Theiß Petters Clauß. Erw. Vogtschöffe Theiß Hoffmann zu Rech.

1664

1730

1738

Recher Weistum.

Große Rheinkarte des Henry Sengre: "Reich".

Das Glöcklein der früheren Ballerner Kapelle trägt diese Jahreszahl.

1774 Errichtung der Ziegelei Michel Graf. 1902 Betrieb eingestellt, 1904 abgebrochen.
1778 Pachtpreis des Recher Hofes an Abtei Mettlach: 30 Malter verschiedener Früchte. Rech geht an Lothringen. 3 Ackersleute, 3 Tagelöhner, 2 Witwen.
1789 Beschwerdehefte (siehe auch Mechern, 1789).
1803 Errichtung der Ziegelhütte Peter Maxem. 1913 abgebrochen von Jakob Kerber.
1814

1820

1832

1833

1834-37

1838

1841

1843

1845

1846

1852

1860

Rech kommt wieder zu Deutschland.

16 Häuser, 81 Einwohner.

16 Häuser, 126 Einwohner.

126 Einwohner

Johann Strauß wandert nach Frankreich aus.

Rech erhält eine eigene Schule.

Nikolaus Gratz wandert nach Frankreich aus.

Rech zählt 22 Häuser, 144 Einwohner.

Peter Welter wandert nach Nordamerika aus.

Karl Schaller wandert nach Amerika aus.

Die Schule zu Rech zählt eine Klasse und 54 Kinder.

Errichtung der Ziegelhütte Peter Grau. 1912 Betrieb eingestellt, 1914 abgebrochen.

1861

1864

1869

1870-71

1870

136 Einwohner

136 Einwohner, 26 Wohnhäuser, eine Klasse, 61 Kinder.

Gründliche Restaurierung der Kapelle. Sie erhält einen Altar.

Deutsch-französischer Krieg. Militärdienst: 10 Mann, gefallen: einer.

Die Ziegelei des Peter Kerber, Rech, an der Sandkaul stellt ihre Arbeit ein und wird abgebrochen.

1871

1895

1900

1902

1903

1905

1910

1914-18

1915

21 Häuser, 153 Einwohner.

31 Häuser, 162 Einwohner, eine Schulklasse, 79 Kinder.

Eine Schulklasse, 90 Kinder.

Ballern und Rech haben zusammen 92 Schulkinder.

In Rech wird eine zweite Volksschulklasse eingerichtet.

40 Häuser, 211 Einwohner, zwei Schulklassen, 108 Kinder.

Zwei Schulklassen, 112 Kinder.

Erster Weltkrieg: 111 Mann zum Militärdienst einberufen, gefallen: 13.

Rech erhält eine Telegrafendienststelle und eine öffentliche Fernsprechstelle.

1920

1939

1949

1974

Zwei Schulklassen, 95 Kinder.

2. Weltkrieg. Erste, 1944 zweite Evakuierung.

Grundsteinlegung zur neuen Kapelle in Rech.

Rech tritt als Stadtteil zu Merzig.




Ripplingen Seitenende Rech

Der Name: ca. 1200 Reppedingen, 1220 Reppedingen, Anfang 14. Jh. Rupdingen, 1421 Ripdingen, 1431 Ruptingen, 1482 Repingen, 1519 Rupplingen. Sippe und Sitz des Rippold. Vergl. SN Rippingen, Luxemburg; SN Rippolingen bei Säckingen.

Römer: Auf Scheuerhügel wurde eine spätrömische Eisenhütte, Gräber und Gewölbe gefunden. Beim Abbau von Kies fand man 1923 bis 1927 Henkelkrüge, Näpfe, Sigillata- und Glasgefäße. Fund eines zerstörten Gräberfeldes des 4. Jh.

Ca. 1220 "In Reppedingen est mansus". In Reppedingen hat das Kloster Maximin, Trier, Güter.
1220

Anf. 14. Jh.

1421

Reppedingen

Rupelingen, genannt mit Perl und Montcler.

Peter von Ripdingen, gen. Munckeler und seine Frau Else verkaufen dem Kloster Gräfinthal ihre Güter in Bebilsheim.

1427

1431

Ripdingen

Arnold von Sierck, Herr von Montclair, gibt Peter von Ruptingen, gen. von Montclair, Montclairer Güter zu Lehen.

1478 Ryptingen, Ruptingen. Die Güter der kleinadligen Familie von Ripplingen fallen an die Familie von Burtscheid und von Sullem (auch Selheim).
1482

1519

Thille von Repingen.

Einwohnerliste mit 2 Haushaltungen: Oth von Rupplingen und Claus von Rupplingen.

1563 Die von Montclair lehenrührigen Güter der von Sullem in Ripplingen gehen über an die von Niedbruch.
1566 Türkenschatzung, Steuer zur Bekämpfung der Türken. In Ripplingen: Steffen, Peter, Meiers Sohn Hans. Insgesamt 7 Franken.
1581

1615

1621

1624

1656

Die Familie Honst erbt das Ripplinger Gut.

Ruplingen, drei Haushaltungen.

Ruplingen

Ruplingen, drei Haushaltungen.

Bannrenovatur nach dem 30jährigen Krieg. Beteiligt sind aus Reblingen: Schue Petters Erben, Theiß Hoffmann, Reinard zu Reblingen, Junker von Niedbrück, Steffen Petter, Petters Stock zu Reblingen, Mattheis Rebling.

1730

1775

Größte Rheinkarte des Henry Sengre: "Ruppling".

"Am Kreuz" wird die Ziegelhütte von Josef Kerber errichtet. 1869 wird der Betrieb eingestellt, 1906 die Hütte abgebrochen.

1778

1820

1832

1843

1861

1863

1864

1871

1895

1905

1939

9 Einwohner: 5 Ackersleut, 4 Tagelöhner.

20 Häuser, 149 Einwohner.

22 Häuser, 149 Einwohner.

25 Häuser, 135 Einwohner.

124 Einwohner

75 Gebäude, davon 25 Wohnhäuser.

124 Einwohner, 25 Wohnhäuser.

25 Häuser, 114 Einwohner.

21 Häuser, 130 Einwohner.

23 Häuser, 132 Einwohner.

Beginn des zweiten Weltkrieges, erste Evakuierung. 1944 zweite Evakuierung.

1974 Im Zuge der Gebietsreform kommt Ballern als Stadtteil zu Merzig. 886 Einwohner.



Quellen: Ansichten, Briesen, Britz, Enzweiler, Ewig, Fox, Grimm, GuO, Hilbringer Heimatbuch, Historie, Dr. Jacob, Jahrbücher, Kell, Lager, Lehnert, Lohm, Merziger Bauwerke, Merziger Jahrbücher, MRR, Raach, Ritzler.

Worterklärung: Erw. = Erwähnung, SN = Sippenname, obit = tot.


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